Psychiatrie

Menschen jeden Alters, können an den unterschiedlichen psychischen Erkrankungen leiden. In den letzten Jahren ist das Auftreten seelischer Erkrankungen sprunghaft angestiegen. Die Ursachen werden in den veränderten Lebens-und Arbeitsbedingungen mit den dementsprechenden Mehrbelastungen gesehen. Auch soziale Netzwerke, wie Familie und Freunde, haben sich in ihrer Struktur Veränderungen unterzogen. Anders als noch vor ein paar Jahren, stehen häufig familiäre Unterstützungssysteme, aufgrund von räumlicher Distanz, nur begrenzt zur Verfügung. Auch Grundschulkinder zeigen vermehrt psychosomatische Stresssymptome wie Bauch-und Kopfschmerzen.

Die Ergotherapie in der Psychiatrie soll Betroffenen helfen, ihre Potentiale zu entdecken und, durch die Erkrankung verloren gegangene Fähigkeiten, neu zu entwickeln. Dabei steht im Vordergrund neue Denkmuster zu erarbeiten, Selbstvertrauen zu fördern und grundlegende psychische Leistungsbereiche, wie Ausdauer und Motivation zu fördern. Die Balance zwischen Be-und Entlastung muss dabei oft neu gefunden werden. Eine situationsgerechte Eigenwahrnehmung, das Ausdrücken und Wahrnehmen von Bedürfnissen und persönlichen Grenzen sind dabei unverzichtbar.

Ergotherapie kann zur Unterstützung des Heilungsprozesses bei folgenden psychiatrischen Erkrankungen vom Haus-oder Facharzt verordnet werden:

  • affektive Störungen (Depressionen, bipolare affektive Störung, Anpassungsstörungen)
  • Angsterkrankungen (generalisierte Angsterkrankungen, Panikstörungen/ Agoraphobie)
  • Zwangsstörungen
  • Essstörungen
  • Psychosen (Schizophrenie, schizoaffektive Störung)


Dabei können die Zielstellungen und die Anliegen  der Patienten in der Behandlung sehr vielfältig sein. Es können sowohl beratende als auch handlungsorientierte Verfahren zum Einsatz kommen.

  • Verbesserung der psychischen Grundfertigkeiten und Emotionsregulation (ausdruckzentrierte Methoden, Gestaltungstherapie, Handwerk)
  • Aufbau einer Tagesstruktur, Aktivierung
  • Stressprophylaxe und Entspannungsverfahren (AT, PMR, Achtsamkeitsbasierte Verfahren)
  • Verbesserung der kognitiven Leistungsfähigkeit (Cogpack, Hirnleistungstraining)
  • Steigerung der Ausdauer und Belastbarkeit durch betätigungsorientierte Behandlungsverfahren ( Arbeitstraining, Handwerk)
  • Training sozialer Kompetenzen (Videogestützt)
  • themenzentrierte Angebote (Konfliktlösung, Krankheitsbewältigung, Psychoedukation)
  • Verbesserung der Eigenwahrnehmung und des Körperschemas (z.B. Sensorische Integrationstherapie)
  • Beratung und Anleitung von Angehörigen


Vom Haus-oder Facharzt kann eine Heilmittelverordnung mit der Behandlungsart psychisch-funktionell oder Hirnleistungstraining verordnet werden.